Teil 7

In dieser Folge kehren wir in unsere heutige Republik Österreich zurück, wobei es diesmal ums Theater geht. Zehn Jahre nach Kriegsende, nach Chaos und Überlebenskampf, erschien eine Münze zur Wiedereröffnung der Bundestheater: Das sind „Burg“ und Staatsoper, beide nach dem Krieg wieder aufgebaut, das zum Burgtheater gehörende Akademietheater und die Volksoper. Nicht nur für Theaterfreunde bedeutete das: Es
begann wieder ein normales Kulturleben. Das mußte mit einer Silbermünze gefeiert werden. Das 25-Schilling-Stück aus dem Jahr 1955 zeigt einen Schauspieler in griechischer Tradition auf der Bühne. Der Vorhang wurde gerade geöffnet. 21 Jahre später, 1976, feierte man 200 Jahre Burgtheater. Die silberne 100-Schilling-Münze zu diesem Ereignis zeigt den imponierenden Bau am Wiener Ring. Manche von Euch wissen vielleicht, daß das Theater zunächst ganz woanders war, nämlich in einem umgebauten Ballsaal in der Nordostecke der Hofburg. Dementsprechend hieß es zunächst „Theater
nächst der Burg“. 1748 wurde es eröffnet. 1776 erklärte es Joseph II. zum „Nationaltheater nächst der Burg“. Damals spielte man übrigens auch Opern und zeigte Ballette. 1888 gab es hier die letzte Vorstellung, und man übersiedelte in das von Semper und Hasenauer gebaute Haus am Ring. 1945 trafen Bomben das Theater, ein späterer Brand im gleichen Jahr kam dazu. Der Zuschauerraum war zerstört. Gespielt wurde bis zur Wiedereröffnung im Varieté Ronacher. Eigenartig war im Haus am Ring das „Vorhangverbot“, das erst 1979 aufgehoben wurde: Der Vorhang wurde bis dahin beim Applaus nicht mehr hochgezogen, und die Schauspieler konnten sich nicht verbeugen. Einer der vielen Burgtheater-Direktoren war Anton Wildgans (1881–1932). Der Dramatiker, Lyriker und Jurist aus Mödling leitete das Haus von 1930 bis 1931. Seine Stücke, wie „Armut“ oder „Dies irae“, werden kaum noch gespielt. Aber vielleicht habt Ihr schon einmal von seiner „Rede über Österreich“ gehört. Wildgans setzte sich sehr für die Eigenständigkeit Österreichs in der Ersten Republik ein. Zum 100. Geburtstag kam im Jahr 1981 eine 500-Schilling-Silbergedenkmünze heraus, die sein Porträt zeigt. Eine 25-Schilling-Münze aus dem Jahr 1973 ist einem ganz besonders wichtigen Theatermann gewidmet: Max Reinhardt (1873–1943), dessen Ehefrau Helene Thimig 1946–1968 am Burgtheater spielte. Die Münze mit seinem Porträt erschien zu seinem 100. Geburtstag. Der gebürtige Badener machte seine Karriere als Regisseur und Theaterleiter hauptsächlich in Berlin. Er leitete aber auch das Theater in der Josefstadt in Wien. Und 1929 gründete er in Wien das berühmte Reinhardtseminar, aus dem viele große Schauspieler hervorgegangen sind. Überdies war er Mitbegründer und Leiter der Salzburger Festspiele. Gestorben ist der Emigrant in New York. Das nächstemal geht es um Münzen zu Ehren von drei der berühmtesten österreichischen Dramatiker, die auch mit dem Burgtheater eng verbunden sind. Wer die drei sind, wird erst im kommenden Heft verraten.

           

25-Schilling-Silbermünze Burgtheater                                                   25-Schilling-Silbermünze Max Reinhardt

500-Schilling-Silbermünze Anton Wildgans

   
Seit 8. September ist Kaiser Marc Aurel wieder in Wien. Die neue 20 Euro Silbermünze ist da!
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