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Wenn man vom Chef statt einer Gehaltserhöhung nur ein „dickes“ Lob bekommt, dann fragt man sich vielleicht: „Was kann ich mir dafür kaufen?“ Umso mehr stellt sich diese Frage beim Geld, von dem man leben muss. Versuchen wir, uns aus den spärlichen Quellen der vor- und frühchristlichen Zeit ein Bild zu machen: Um ca. 600 v. Chr. konnte man sich in Athen für eine Drachme ein Schaf kaufen, für einen Ochsen musste man 5 Drachmen hinlegen. Um 400 v. Chr. waren die Preise auf 10 bis 20 Drachmen für das Schaf und auf 50 bis 100 Drachmen für den Ochsen gestiegen. Zwar stiegen auch die Löhne, aber bei weitem nicht so wie die Preise. Um 600 v. Chr. machte der Tageslohn eines Arbeiters eine Drachme aus, also den Wert eines Schafes. Um ca. 330 v. Chr. bekam er zwar zwei bis zweieinhalb Drachmen pro Tag, aber das Schaf sah er nur, wenn er beim Einschlafen „Schäfchen zählte“.
Die Römer gingen bei ihrer Währung ursprünglich von der Gewichtseinheit „As“ aus. Diese Einheit teilte man in 12 Unciae ein. Um 210 v. Chr. wurde der Denar eingeführt. Auf einen Denar kamen 10 Asses. Gegen 130 v. Chr. ergaben 16 Asses den Wert von einem Denar.
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Der Lohn für einen Landarbeiter betrug in der frührömischen Kaiserzeit täglich 25 Denare. Ein Lehrer hatte pro Schüler ca. 250 Denare an monatlichem Einkommen. So konnten einige tausend Denare zusammenkommen. Einfache Gaststätten waren in der frühen Römerzeit recht preiswert: Für 1 As konnte man einen halben Liter Wein mit Brot bekommen. 8 Asses musste man für eine Übernachtung ausgeben. Noch günstiger scheint der „frühe Tourist“ um Christi Geburt abgeschnitten zu haben: Für einen Denar waren Herberge plus Verpflegung für 16 Tage gesichert. (Ob TUI, Neckermann und Co. da mithalten könnten?) Um ca. 300 n. Chr. kam es schon zu „amtlichen“ Preisregelungen. Ein Erlass von Kaiser Diokletian sah Höchstpreise vor. Für ein Ei durfte man nicht über 1 Denar verlangen. Für Rindfleisch lag die oberste Preisgrenze bei 8 Denaren, für Schweinefleisch bei 12 Denaren. Der halbe Liter Wein, für den man in der „guten alten Zeit“ vor Christus nur 1 As zu berappen hatte, durfte jetzt immerhin bis zu 8 Denare kosten. Für eine Metze Gerste musste man 100 Denare aufwenden. („Was bitte ist in diesem Zusammenhang eine
Metze?“ werden Sie sich fragen. Das waren damals knapp 30 Liter.)
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Aber die Preisentwicklung in Rom war harmlos im Vergleich zu den römischen Provinzen, zu denen zeitweise Ägypten gehörte. Was sich in Ägypten tat, sieht ganz nach Inflation aus. 255 n. Chr. kostete in Ägypten eine Metze Weizen 16 Drachmen. 314 n. Chr. aber verlangte und bekam man 10.000 Drachmen dafür. Der Hauspreis stieg in ungeahnte Höhen. Mitte des 3. Jh.s n. Chr. konnte man ein ägyptisches Eigenheim für 2.000 Drachmen erwerben. Für Anfang des 4. Jh.s reicht eine Vergleichszahl fast an die 4 Millionen heran. Für 3 Kilo Fleisch musste man 8.000 Drachmen rechnen, und der so wichtige halbe Liter Wein, der sich durch unsere ganze Geschichte zieht, kostete je nach Qualität und Wirt zwischen 12.000 und 26.000 Drachmen. Da stellt sich die Frage: Wovon lebten die Leute? Wahrscheinlich von freier Kost, die oft mit dem Job verbunden war. Ein Lehrer verdiente damals nämlich in Ägypten 6.000 Drachmen. Ein Mauleselknecht war ihm mit ebenfalls 6.000 Drachmen finanziell gleichgestellt. Ein Schreiber musste gar mit nur 3.000 Drachmen sein
Auslangen finden. Beim nächsten Mal wollen wir hier darstellen, dass auch im frühen und späten Mittelalter
das Geld mitunter „Schwindsucht“ hatte, harte Münzwährung oft weicher wurde und die Frage „Was kann ich mir dafür kaufen?“ sehr unterschiedlich beantwortet werden musste.
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