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Wir starten diesmal eine neue Serie für Euch. Und zwar werden wir uns mit den Anlässen zu Münzmotiven beschäftigen. Auf diese Weise wird das lebendig, was hinter den Münzmotiven steckt. Am Beginn wollen wir aber erst einmal untersuchen, wie es überhaupt zu Münzmotiven gekommen ist und wie sich das in der Geschichte entwickelt hat.
Vom Metallklumpen
zur Münze
Wie man von Ausgrabungen in Kleinasien weiß, waren die ersten richtigen Münzen mit einem Siegel versehene Stücke aus Elektron (das ist die Bezeichnung für eine natürliche Gold- und Silbermischung) aus dem 7. Jahrhundert v. Chr, und zwar aus Lydien, der heutigen Westküste der Türkei. Während man anfangs vermutlich einfach mit ungeprägten Edelmetallklumpen bezahlte, erhielten sie später von königlichen Beamten ein Siegel, mit dem der Wert garantiert wurde. Der Vorteil: Man mußte das Metall nicht mehr abwiegen, um seinen Wert zu bestimmen. Damals sah man als Motiv vielfach Tiere, z. B. den Widder oder den Löwen. Da es die Herrscher waren, die Münzherren, die für den Wert der Münze einstanden, war es nicht verwunderlich, daß später die Fürsten und Könige selbst zum Münzmotiv wurden.

Franz Joseph I. und Elisabeth
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Then Tetradrachmen
Von Cäsar bis Kaiser Franz Joseph ließen sich unzählige Staatenlenker auf ihren Münzen – im wahrsten Sinn des Wortes – verewigen. Deshalb war Münzfälschung auch Verrat an Herrscher und Staat und wurde entsprechend hart bestraft. Auch Brutus, der Mörder Cäsars, kam zu Münzehren. Auf den Münzen wird er natürlich nicht als Verräter und Mörder, sondern als Freiheitsheld gesehen. Viele Untertanen kannten ihre Landesherren ja nur von Abbildungen auf Münzen. Ludwig XVI. von Frankreich wurde seine Münzabbildung zum Verhängnis (Abb. 2). Er soll bei seiner Flucht vor den Revolutionären aufgrund der Münzprägung erkannt und verhaftet worden sein. Für andere Mächtige war das Münzbild aber ein Propaganda-instrument, sozusagen das „Wahlplakat“ von anno dazumal. In der frühen griechischen Antike verzichtete man übrigens auf die Abbildung lebender Herrscher, weil man

Franz Joseph I.
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Ludwig XVI.
den Neid der Götter fürchtete, die deshalb als Münzmotiv bevorzugt wurden. So sehen wir auf der athenischen Tetradrachme des 5. Jahrhunderts v. Chr. (Abb. 1) das Bild der Athene und auf der anderen Seite eine Eule (die man bekanntlich nicht nach Athen tragen muß).
Vorläufer moderner Gedenkmünzen
Heute ist die Vielfalt von Motiven nahezu unbegrenzt. Aber auch in der Antike kannte man u. a. schon Sportmotive oder Bauwerke – so wie heute. Auf einem Sestenz von Nero z. B. sehen wir den Janustempel mit geschlossenen Toren. Das bedeutete Frieden zu Wasser und zu Land. Auch später vermittelten Münzen Botschaften und berichteten über Ereignisse. Wir kennen den Doppelgulden anläßlich der Hochzeit von Kaiser Franz Joseph und Elisabeth (Abb. 3). Es war gewissermaßen die Hochzeitsanzeige für das ganze Volk. Bekannt ist der Vereinstaler zur Vollendung der Südbahnstrecke (Abb. 4). Darüber hinaus gab es Gedenkmünzen zu den verschiedensten Ereignissen – so wie seit 1955 auch in unserer Zeit. In weiterer Folge wollen wir uns die Motive solcher Gedenkmünzen genauer anschauen und den Anlässen, die damit verbunden sind, auf den Grund gehen. l
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